Rathausspiel - Stadtverwaltung und Stadtpolitik

Für Jugendliche wirkt das Leipziger Rathaus oftmals wie ein undurchdringlicher Dschungel mit langen Gängen, vielen Türen, unüberschaubare Anzahl an Ämtern und Referaten. Die Projekttage zum Thema “Stadtpolitik und Stadtverwaltung“ sind ein Angebot vom Haus Steinstraße e. V. und der Stadt Leipzig an Jugendliche der Klassenstufe 9, ein wenig Licht in das Dunkel zu bringen.

Ziele

Die Jugendlichen erfahren, wie und wo sie sich direkt mit ihren Interessen und Bedürfnissen in die Prozesse der Stadtverwaltung und Stadtpolitik einbringen können. Sie lernen ihre Möglichkeiten zum Mitreden und Mitmachen kennen. Aufbauend auf den Lehrplan der Klassenstufe 9 stellt das RATHAUSSPIEL eine spannende Ergänzung und Vertiefung der Lehrinhalte dar.

Der Schwerpunkt der Projektarbeit liegt nicht im Finden möglichst „richtiger“ Ergebnisse, wichtig ist der Weg dahin. Die Jugendlichen erforschen das Rathaus und das Wege -und Informationssystem der Stadtverwaltung. Sie lernen, sich allein in Verwaltungsgebäuden zurechtzufinden. Sie werden ermutigt, an Türen zu klopfen, sich durchzufragen, einen ausschweifend antwortenden Erwachsenen auch einmal zu unterbrechen. So erfahren sie, wie und an welche Verantwortliche sie sich wenden müssen, um für ihre Bedürfnisse einzutreten.

Ablauf

1. Phase: Vorbereitung in der Schule

"Wenn ich an meine Stadt und mein Lebensumfeld denke, fällt mir folgendes ein, was ich verändern und beeinflussen möchte..."
Unter dieser Fragestellung sammeln die Mitarbeiter des Haus Steinstraße e. V. in den Schulen die Wünsche und Gedanken der Jugendlichen, die sie im Zusammenhang mit der Stadtverwaltung, Stadtentwicklung und Stadtpolitik haben.

2. Phase: Absprache mit dem Stadtbüro

Aus den allgemeinen aber auch persönlichen Anliegen werden gemeinsam mit Frau Kujat vom Stadtbüro die Fragen zu Problemfeldern zusammengefasst, die an die Struktur der Stadtverwaltung angelehnt sind. Kontakte zu den Ämtern und Beratungsstellen werden hergestellt.

3. Phase: Durchführung der Projekttage im Rathaus

Die Schülerinnen und Schüler bekommen in einer Rathausführung einen kurzen geschichtlichen Überblick des Rathauses.

Im Ratsplenarsaal wird das Prozedere einer Versammlung simuliert. Die Schülergruppen übernehmen dabei die Rollen der Fraktionen.

Das Kennenlernen der Stadtverwaltungsstruktur erfolgt dann spielerisch in einem Gruppenseminar.

Analog zu den mit Frau Kujat zusammengefassten Problemfeldern werden die Arbeitsgruppen gebildet. Anschließend diskutieren die Schüler und Schüler ihre Probleme mit Ansprechpartnern der Stadtverwaltung und Stadtpolitik. Dabei lernen sie die Aufgabenbereiche und Funktionen der Stadt Leipzig kennen.

Im Rahmen des Rathausspiels wird es eine neue Arbeitsgruppe geben. Der Tätigkeitsschwerpunkt der beteiligten Schüler umfasst die Untersuchung des Internetauftritts der Stadt Leipzig und ihrer Ämter. Dabei werden folgende Kriterien analysiert und bewertet: Benutzerfreundlichkeit, Verständlichkeit, Orientierung und Interaktivität.

Die gewonnen Erkenntnisse und Kritikpunkte werden anschließend mit dem verantwortlichen Amt (Wirtschaftsförderung) diskutiert und ausgewertet. Die Arbeitsgruppe wird die Ergebnisse der Diskussion sowie die gewonnenen Erfahrungen im Rahmen der Gruppenpräsentation vorstellen.

4. Phase: Präsentation und Diskussion Arbeitsgruppen

Die Arbeitsgruppen präsentieren die gewonnenen Erkenntnisse und Antworten auf ihre Fragen und schildern ihre Eindrücke bei den Treffen mit den Verantwortlichen in Ämtern, Beratungsstellen und Fraktionen.

Ergebnisse und Erfahrungen

- 90 % Jugendliche sind zum ersten Mal im Leipziger Rathaus.
- Die Jugendlichen werden neugierig auf die Aufgaben und Funktionen von Stadtverwaltung und Stadtpolitik.
- Die Jugendlichen bauen Hemmungen ab, auf die zuständigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadtverwaltung und Stadtpolitik mit ihren Anliegen zuzugehen. Sie wissen nun genauer, wo sie hingehen müssen, wenn sie ihre Interessen und Bedürfnisse vertreten wollen.
- Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadtverwaltung und Stadtpolitik nehmen sich Zeit für die Anliegen der Jugendlichen. Es ist für beide Gesprächsparteien eine interessante Begegnung und ein aufschlussreicher Erfahrungsaustausch.
- Es entsteht eine vielfältige Bandbreite von Fragen an die Aufgabenbereiche der Stadtverwaltung und Stadtpolitik. Das macht deutlich bei wie vielen kommunalen Planungen und Entscheidungen Bedürfnisse und Anliegen von Jugendlichen berührt und betroffen sind.
- Aufbauend auf den Lehrplan der Klassenstufen 9/10 der Mittelschule und Gymnasien stellen die Projekttage eine spannende Ergänzung und Vertiefung zu den Lehrinhalten dar.
- Die Schüler sind an der Organisation, den Inhalten und Methoden der Projekttage beteiligt.
- Die Schüler haben damit direkt Einfluss auf die Gestaltung. Sie sind sehr motiviert und die Zusammenarbeit ist für die Jugendlichen und die Erwachsenen eine wichtige Erfahrung.

blogMedienwerkstatt author01.01.06, Robert Handrow dateLink

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