Ansatz
Im Gegensatz zur marktwirtschaftlich orientierten Interpretation, verstehen wir unter Medienkompetenz mehr als nur die Fähigkeit, Computer technisch korrekt zu bedienen, um in der Arbeitswelt zu bestehen.
Medienkompetenz lässt sich vielmehr in vier sich wechselseitig beeinflussende Dimensionen aufteilen:
- Mediennutzung beschreibt den rezeptiven und interaktiven Umgang mit Medien einschließlich einer verantwortlichen Nutzungskompetenz. - Im Bereich der Medienkunde werden instrumentell-qualifikatorische Fähigkeiten gefördert, um die verschiedene Medientechnik bedienen zu können. - Mediengestaltung ist zum einen geprägt von der innovativen Weiterentwicklung der vorhandenen Medienstrukturen und zum anderen von der kreativen Gestaltung von Medieninhalten. - Die Fähigkeit zur Medienkritik eröffnet die Möglichkeit zur Reflexion über alle Handlungen, die im Zusammenhang mit Medien stehen.
Somit bedeutet Medienkompetenz soviel wie "die Fähigkeit, die Welt in aktiv aneignender Weise auch alle Arten von Medien für das Kommunikations- und Handlungsrepertoire von Menschen einzusetzen". Sie ist eine der wesentlichen Voraussetzungen dafür, dass sich der Mensch selbstverantwortlich und aktiv in der Informations- und Wissensgesellschaft am Prozess der demokratischen Willensbildung beteiligen kann.
Das Ziel der Jugendbildung mit Neuen Medien ist es, die vier Dimensionen von Medienkompetenz für Jugendliche begreif-, nutz- und reproduzierbar zu machen.
Demzufolge steht nicht die Frage "Was machen die Medien mit den Menschen?", sondern "Was machen die Menschen mit den Medien?" im Mittelpunkt des Pro-jektes. Die handlungsorientierte Medienpädagogik versteht den Menschen als gesellschaftliches Subjekt, das in gesellschaftlichen Kontexten agiert, zu denen auch die Medien gehören. Jugendliche rezipieren die medialen Botschaften und verarbeiten sie in Abhängigkeit von ihren individuellen Biografien und der sozia-len Umgebung, in der sie leben. Sie sind jedoch nicht nur Rezipienten von Me-dienbotschaften, sondern auch in der Lage, die Medien zu gestalten und selbstbestimmt zur Verwirklichung ihrer Interessen zu nutzen. Die Medien sind somit einerseits Mittler gesellschaftlicher Botschaften, die von Jugendlichen auf-genommen und verarbeitet werden und anderseits Mittel zur Artikulation von Vorstellungen, Meinungen und Forderungen an die Gesellschaft.
Medienwerkstatt
01.01.06, Robert Handrow
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