    |
Projektdokumentation : Texte : Zwischenbericht 11/02 | zurück zur Übersicht
Zwischenbericht November 2002
Nach mehreren vorbereitenden Arbeitstreffen mit den Mitarbeitern des Haus Steinstrasse und der Lehrerin der DaZ-Klasse (Deutsch als Zweitsprache) wird das Modellprojekt zur Gestaltung einer multimedialen Schulzeitung mit den SchülerInnen am 8.11.2002 in der 16. Mittelschule in Leipzig beginnen. Von diesem Zeitpunkt an wird wöchentlich freitags vier Stunden mit den SchülerInnen an der Realisierung der mittlerweile "Zukunftszeitung" genannten Projektidee gearbeitet.
Zu Beginn der ersten klärenden Treffen mit den Mitarbeitern des Haus Steinstrasse wurden vor allem mögliche auftauchende Probleme bei der Umsetzung des Projektes erörtert. Was uns fehlte war ein genauer Einblick in den spezifischen Schulalltag der zwischen 10- und 17-jährigen SchülerInnen: wie gut oder schlecht sie sich verständigen können, wie das Zusammenleben mit den deutschen SchülerInnen funktioniert, was man ihnen an aktiver Medienarbeit zumuten kann (Reflexivität, Kreativität, Abstraktionsvermögen), welche rechtlichen Rahmenbedingungen für das Veröffentlichen von Schulerlebnissen in einer Schulzeitung beachten werden müssen usw.
Ausgehend von den formulierten Zielen des Modellprojektes musste eine pragmatische aber nicht unter unseren Ansprüchen liegende Planung für den schrittweise komplexer werdenden Umgang mit den Alltagserlebnissen und ihrer Darstellung in den verschiedensten medialen Formen erarbeitet werden. Damit die SchülerInnen von Anfang an mit diesem Projekt etwas verbinden können was sie schon kennen und verstehen, und dennoch eine Perspektive für eine offene Weiterentwicklung haben sollen, wurde der Arbeitstitel "Zukunftszeitung Mein guter Freund" gewählt. Die medialen Ausdrucksformen dieser Zukunftszeitung sollen von einfachsten Möglichkeiten (Bilder malen, Lieder singen, Geschichten erzählen) bis hin zu modernen Mitteln (Fotografie, Video, Audio, Textverarbeitung, Onlineauftritt) reichen.
Mit den Berichten der Lehrerin der DaZ-Klasse konnten wir uns ein klareres Bild von der sehr heterogenen (SchülerInnen aus dem Kongo, aus Pakistan, Iran, Irak, Vietnam, Ukraine im Alter von 10-17 Jahren) Klasse machen. In weiteren Treffen wurde ein so genannter roter Faden festgelegt: inhaltlich soll sich die Zukunftszeitung mit der Integration dieser Kinder und Jugendlichen beschäftigen. Dabei soll einerseits von den Projektmitarbeitern der Begriff Integration kritisch reflexiv anhand der praktischen Arbeit diskutiert und dokumentiert werden. Andererseits sollen die auftauchenden spezifischen Probleme der Kinder und Jugendlichen in diesem Prozess von ihnen selbst medial aufbereitet werden. Die Befähigung dazu soll im Zeitraum von Herbst 2002 bis Sommer 2003 geschehen.
zurück zur Übersicht
|
|

|
|